Modul 10: Vergiftungen und Verätzungen

Umgang mit gefährlichen Substanzen

Der Kontakt mit giftigen oder ätzenden Substanzen kann schwerwiegende Folgen haben. Dieses Modul erklärt, wie Sie bei oralen Vergiftungen, Verätzungen der Haut oder Augen sowie Gasvergiftungen schnell und sicher handeln. Die korrekte Erstversorgung ist hier entscheidend, um Schäden zu minimieren und Leben zu retten.

Themen und Fallbeispiele

Vergiftungen

Fallbeispiel 10.1: Kleinkind hat Putzmittel getrunken

Szenario: Ein 2-jähriges Kind hat beim Spielen in der Küche aus einer Flasche mit einem unbekannten Reinigungsmittel getrunken. Es hustet, weint und hat Schaum vor dem Mund.

Aufgabenstellung: Welche sind Ihre sofortigen Maßnahmen?


Lösung zu Fallbeispiel 10.1

Bei einer Vergiftung, insbesondere bei Kindern, ist schnelles und umsichtiges Handeln entscheidend. Bewahren Sie Ruhe!

  1. Sicherheit gewährleisten: Entfernen Sie das Kind und die Flasche sofort vom Gefahrenbereich. Ziehen Sie sich bei Kontakt mit dem Reinigungsmittel schützende Handschuhe an.
  2. Notruf und Giftnotruf:
    • **Sofort den Notruf (112) alarmieren.** Schildern Sie die Situation, das Alter des Kindes und dass es ein Reinigungsmittel getrunken hat.
    • Parallel dazu oder wenn der Notruf dies anweist, **kontaktieren Sie die Giftnotrufzentrale** (Nummer in Deutschland: z.B. Berlin 030 - 19240). Halten Sie die Verpackung des Reinigungsmittels bereit und geben Sie alle Informationen an.
  3. Verpackung sichern: Bewahren Sie die Flasche oder Verpackung des Reinigungsmittels auf. Sie enthält wichtige Informationen für Ärzte und den Giftnotruf.
  4. Kein Erbrechen auslösen! Versuchen Sie niemals, Erbrechen auszulösen, insbesondere nicht bei schäumenden oder ätzenden Mitteln. Das könnte die Speiseröhre beim erneuten Kontakt zusätzlich schädigen oder zu Aspiration führen.
  5. Keine Milch/Gegenmittel! Geben Sie keine Milch oder andere angebliche "Gegenmittel", es sei denn, der Giftnotruf weist dies explizit an. Dies kann die Wirkung des Giftes verstärken oder eine Aspiration begünstigen.
  6. Mund ausspülen: Spülen Sie den Mund des Kindes vorsichtig mit Wasser aus (nicht schlucken lassen!).
  7. Kleine Mengen Wasser trinken lassen (wenn bewusst und angeleitet): Nur wenn das Kind bei vollem Bewusstsein ist und der Giftnotruf dies anweist, können Sie dem Kind kleine Schlucke Wasser zu trinken geben, um das Mittel zu verdünnen.
  8. Atemwege kontrollieren: Achten Sie auf die Atmung des Kindes. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand sofort mit der Reanimation beginnen.
  9. Kontinuierliche Beobachtung: Bleiben Sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beim Kind und überwachen Sie Bewusstsein und Atmung.

Fallbeispiel 10.2: Erwachsener mit Medikamentenüberdosis

Szenario: Sie finden eine erwachsene Person, die offensichtlich eine größere Menge Schmerzmittel eingenommen hat. Sie ist schläfrig, reagiert nur noch langsam auf Ansprache und hat flache Atmung.

Aufgabenstellung: Wie versorgen Sie diese Person?


Lösung zu Fallbeispiel 10.2

Bei einer Medikamentenüberdosis ist schnelles Handeln erforderlich, da der Zustand sich rasch verschlechtern kann.

  1. Notruf absetzen (112): Sofort den Rettungsdienst alarmieren. Schildern Sie, dass es sich um eine mögliche Medikamentenüberdosis handelt und beschreiben Sie den Zustand der Person (schläfrig, flache Atmung).
  2. Sicherheit gewährleisten: Bleiben Sie bei der Person. Sichern Sie, falls vorhanden, alle Medikamentenpackungen oder Reste der Substanzen, die eingenommen wurden. Diese sind wichtig für die Diagnose im Krankenhaus.
  3. Bewusstsein und Atmung prüfen:
    • Versuchen Sie, die Person wach zu halten und zum Sprechen zu animieren.
    • Überprüfen Sie kontinuierlich Bewusstsein und Atmung.
  4. Lagerung:
    • Wenn die Person noch bei Bewusstsein, aber schläfrig ist: Lassen Sie sie aufrecht sitzen oder halbsitzen, um die Atmung zu erleichtern.
    • Wenn die Person bewusstlos wird, aber normal atmet: Bringen Sie sie in die **stabile Seitenlage**, um die Atemwege freizuhalten und ein Verschlucken von Erbrochenem zu verhindern.
    • Wenn die Person bewusstlos ist und nicht normal atmet: Beginnen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (30:2).
  5. Kein Erbrechen auslösen! Versuchen Sie niemals, Erbrechen auszulösen. Dies kann zu Aspiration (Einatmen von Mageninhalt) führen.
  6. Keine Flüssigkeiten/Gegenmittel! Geben Sie keine Flüssigkeiten oder vermeintliche "Gegenmittel", da diese ebenfalls zu Aspiration führen könnten, wenn die Person nicht vollständig bei Bewusstsein ist.
  7. Kontinuierliche Beobachtung: Bleiben Sie ununterbrochen bei der Person und überwachen Sie ihre Vitalfunktionen. Geben Sie alle Informationen an den Rettungsdienst weiter.

Vergiftungen mit Medikamenten können lebensbedrohlich sein und erfordern immer eine umgehende medizinische Behandlung.

Verätzungen der Haut

Fallbeispiel 10.3: Verätzung der Hand durch Säure

Szenario: Bei Arbeiten im Haushalt schüttet sich eine Person versehentlich eine starke Säure (z.B. WC-Reiniger) über die Hand. Die Haut wird sofort weißlich und ist sehr schmerzhaft.

Aufgabenstellung: Welche sofortigen Maßnahmen ergreifen Sie, um die Verätzung zu behandeln?


Lösung zu Fallbeispiel 10.3

Verätzungen erfordern sofortiges und ausgiebiges Spülen, um die ätzende Substanz zu verdünnen und zu entfernen.

  1. Sicherheit gewährleisten & Eigenschutz:
    • Ziehen Sie, wenn vorhanden, Handschuhe an, um sich selbst zu schützen.
    • Stellen Sie sicher, dass keine weitere Gefahr durch die Substanz oder die Umgebung besteht.
  2. Sofortiges und ausgiebiges Spülen:
    • Halten Sie die betroffene Hand **sofort** unter fließendes, kühles bis lauwarmes Wasser. Spülen Sie für **mindestens 10 bis 20 Minuten ununterbrochen**. Bei Laugen länger als bei Säuren (bis zu 30 Minuten).
    • Entfernen Sie während des Spülens vorsichtig alle Kleidungstücke oder Schmuck aus dem verätzten Bereich, die mit der Substanz in Kontakt gekommen sind.
    • Lassen Sie das Spülwasser von der verätzten Stelle ablaufen und nicht über andere Körperteile oder die Kleidung.
  3. Notruf absetzen (112): Rufen Sie während des Spülens den Rettungsdienst oder lassen Sie ihn von einer anderen Person rufen. Nennen Sie die Substanz (wenn bekannt) und die betroffene Körperstelle.
  4. Wunde steril abdecken: Nach dem Spülen decken Sie die verätzte Stelle steril ab, z.B. mit einem Brandwundenverband oder einem sauberen Tuch. **Keine Neutralisationsmittel, Salben oder Puder auftragen!**
  5. Substanz sichern: Bewahren Sie die Verpackung des Ätzmittels auf, um sie dem Rettungsdienst oder dem Krankenhaus zu übergeben.
  6. Schockprophylaxe: Decken Sie die Person zu, um sie warm zu halten.
  7. Kontinuierliche Beobachtung: Bleiben Sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beim Verletzten.

Fallbeispiel 10.4: Verätzung durch Zement

Szenario: Ein Bauarbeiter arbeitet mit feuchtem Zement. Nach einiger Zeit bemerkt er ein starkes Brennen an den Unterarmen, die mit Zement in Kontakt gekommen sind. Die Haut ist gerötet und juckt stark.

Aufgabenstellung: Wie behandeln Sie diese chemische Verätzung durch Zement?


Lösung zu Fallbeispiel 10.4

Feuchter Zement ist stark alkalisch und kann zu schweren Verätzungen führen, die oft erst verzögert sichtbar werden. Hier ist ebenfalls sofortiges und ausgiebiges Spülen entscheidend.

  1. Sicherheit gewährleisten & Eigenschutz: Ziehen Sie Handschuhe an. Stellen Sie sicher, dass der Arbeiter keinen weiteren Kontakt mit Zement hat.
  2. Trockenen Zement entfernen: Wenn noch trockener Zement auf der Haut ist, bürsten Sie diesen zunächst vorsichtig ab, bevor Sie mit Wasser spülen. Wasser kann den Zement erst aktivieren und die Verätzung verschlimmern, wenn er nicht zuerst mechanisch entfernt wird.
  3. Sofortiges und ausgiebiges Spülen: Halten Sie die betroffenen Unterarme **sofort** unter fließendes, kühles bis lauwarmes Wasser. Spülen Sie für **mindestens 20 bis 30 Minuten ununterbrochen**, da Zement alkalisch ist und Laugenverätzungen länger gespült werden müssen.
  4. Notruf absetzen (112): Rufen Sie den Rettungsdienst oder lassen Sie ihn rufen, besonders wenn die Verätzung großflächig ist, Blasen bildet oder der Schmerz sehr stark ist. Zementverätzungen können sehr tief gehen.
  5. Kleidung entfernen: Entfernen Sie vorsichtig alle Kleidungstücke, die mit dem Zement in Kontakt gekommen sind.
  6. Wunde steril abdecken: Nach dem ausgiebigen Spülen decken Sie die verätzten Stellen steril ab, z.B. mit einem Brandwundenverband oder einem sauberen Tuch. **Keine Salben, Neutralisationsmittel oder Puder!**
  7. Schockprophylaxe: Decken Sie die Person zu, um sie warm zu halten.
  8. Kontinuierliche Beobachtung: Bleiben Sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beim Verletzten.

Verätzungen der Augen

Fallbeispiel 10.5: [Titel Fallbeispiel 1]

Szenario: [Szenario Text]

Aufgabenstellung: [Aufgabenstellung Text]


Lösung zu Fallbeispiel 10.5

[Lösung Text]

Fallbeispiel 10.6: [Titel Fallbeispiel 2]

Szenario: [Szenario Text]

Aufgabenstellung: [Aufgabenstellung Text]


Lösung zu Fallbeispiel 10.6

[Lösung Text]